Die E-Zigarette ist ein noch recht junges Produkt. Als die ersten elektronischen Zigaretten vor rund sieben Jahren in Deutschland erhältlich waren, war es nur eine kleine Gruppe, die diese Alternative zum Rauchen für sich entdeckte. Einschränkungen für den Gebrauch der E-Zigarette gab es damals nicht.

Seit gut einem Jahr ist der Absatz der E-Zigaretten in sehr starkem Maße gestiegen. Die Gründe hierfür waren vielfältig. So griffen viele Raucher zur E-Zigarette, um den ständigen Preissteigerungen, denen sie sich beim Gebrauch der Tabakzigarette ausgesetzt sahen, zu entfliehen. Ein weiterer Teil der Raucher wechselte zur E-Zigarette, um Schadstoffen wie Teer und Kohlenmonoxid zu entsagen, ein weiterer Teil versuchte, die E-Zigarette als Hilfsmittel für den völligen Ausstieg aus dem Gebrauch von Nikotin zu nutzen. Fast alle Umsteiger sind bei ihrem Ausstieg davon ausgegangen, dass die starken Restriktionen der Nichtraucherschutzgesetze (NRSG) für sie nicht gelten. In der Praxis ist dies jedoch nur teilweise der Fall.

Grundsätzlich gelten die NRSG tatsächlich nicht für E-Rauchen, denn beim elektrischen Rauchen wird kein Tabak verbrannt und es entsteht kein Rauch. Die große Ähnlichkeit des elektrischen Rauchens mit dem Rauchen von Tabakprodukten hat aber dazu geführt, dass an vielen Lokalitäten für das E-Rauchen ähnliche Einschränkungen gelten wie für das Rauchen.

Grundlage für diese Einschränkungen sind in diesen Fällen aber nicht die NRSG, sondern das so genannte „Hausrecht“. Mithilfe des Hausrechtes kann der Eigentümer eines Gebäudes oder eines Grundstücks auch Tätigkeiten untersagen, die im Grunde erlaubt und legal sind. So hat beispielsweise der Bund mit seinem Hausrecht auf den Bahnhöfen verfügt, dass das E-Rauchen nur in den ausgewiesenen Raucherzonen erlaubt ist. Gleiches gilt für die Züge, in denen die elektrische Zigarette ebenfalls nicht zulässig ist.

E-Raucher, die deshalb statt der Bahn das Flugzeug benutzen, finden einen Wirrwarr von Regelungen und Einschränkungen vor. Einige Fluggesellschaften haben das E-Rauchen in ihren Maschinen komplett untersagt, viele haben überhaupt keine Festlegungen getroffen und einige wenige verkaufen auf den Flügen sogar elektrische Einwegzigaretten.

Ähnlich verhält es sich in Restaurants und Cafés. Hier ist es dem Besitzer überlassen, ob er die E-Zigarette in seinem Lokal duldet oder nicht. In der Praxis gibt es in vielen Speiserestaurants Einschränkungen, in den meisten Cafés und in den Kneipen braucht der E-Raucher aber nicht vor die Tür zu gehen.

Die Frage, wo die E-Zigarette genutzt werden darf, ist also nicht so leicht zu beantworten. Grundsätzlich empfiehlt es sich, die Erlaubnis des Besitzers oder von Personen, die durch den Gebrauch der E-Zigarette gestört werden könnten, einzuholen.

Von ezigi