Das zuerst 1963 entwickelte Konzept der elektronischen Zigarette nahm bereits ab dem Jahre 2003 Gestalt für den Handel an und ist besonders in den letzten Jahren zu einem heißen Gesprächsthema geworden. Die (Rest-)Gesundheitsrisiken werden noch diskutiert, und die gesetzliche Regelung bezüglich des Genusses elektronischer Zigaretten in Gaststätten und anderen öffentlichen Gebäuden oder Verkehrsmitteln ist von Stadt zu Stadt verschieden.

Fakt ist hingegen, dass eine elektrische Zigarette weit weniger Gefahrstoffe beinhaltet als ihre „pflanzliche Schwester“, und die verbliebenen bedenklichen Substanzen weisen eine wesentlich geringere Dosierung auf. Ebenfalls ist es eine unumstößliche Tatsache, dass eine elektronische Zigarette keinen Dampf nach außen dringen lässt. Und es sind eben diese beiden Wahrheiten, welche einige Überzeugungen, die offenbar lokalen Regelungen zugrunde liegen, sehr seltsam erscheinen lassen.

Während viele Städte und Gemeinden sich augenscheinlich nicht wirklich entscheiden können, wie sie mit dem (eigentlich gar nicht so) neuen Rauchutensil umgehen sollen, ist in Köln bereits ein Verbot der E-Zigarette in Gaststätten erlassen worden, obwohl mangels konkreter wissenschaftlicher Ergebnisse zur eventuellen Schädlichkeit keine Rechtsgrundlage für diese Untersagung vorliegt.

Aufgrund solcher rechtlicher Widersprüchlichkeiten stellt sich zwangsläufig die Frage, wer hier tatsächlich ein Interesse daran hat, selbst die elektronische Zigarette aus den Gaststätten zu verbannen. Verständnis für eine solche Vorgehensweise könnte selbstredend aufgebracht werden, wenn die E-Zigarette den Dampf auch in die Umgebung entlassen würde. Dies ist aber keineswegs der Fall. Wer also könnte sich von einem solchen Gerät wirklich gestört fühlen?

Die Antwort ist wohl oder übel in der Veränderung des Umgangs mit dem Problem als solchem zu suchen: Waren vor 30 Jahren Raucher noch ein völlig normales Bild in jeder Gaststätte und Zigarettenwerbung im Kino und im Fernsehen üblich, so entwickelte sich der Trend allmählich zu einer gesundheitlichen Aufklärung, die im Grunde zwar berechtigt war, aber leider auch zu einer Zunahme militanter Nichtraucher führte, die am liebsten sogar das Rauchen in den eigenen vier Wänden verbieten würden. Die Trotzreaktion einiger Raucher ließ nicht lange auf sich warten; selbst Altbundeskanzler Helmut Schmidt zündete sich schon provokativ während einer Theatervorführung gelassen eine Zigarette an.

Die eigentliche Gefahr liegt somit nicht in eventuellen Gefahrstoffen der elektrischen Zigarette, sondern in der gefährlich schwindenden Fähigkeit, sich mit seinem Gegenüber zu arrangieren. Vernünftige Gespräche machen Gesetze, Verbote und fundamentalistisches Gehabe mit der Zeit unnötig. Erst wenn dies wiedererlernt wurde, wird vielleicht auch der letzte fanatische Raucherfeind erkennen, dass die E-Zigarette bereits ein Entgegenkommen darstellt, das nicht zurückgewiesen werden sollte. Schließlich geht es darum, die Gesundheitsrisiken zu vertreiben, nicht aber die Menschen.

Von ezigi