nimmt auch die Streitfrage aus Politik und Wissenschaft zu. Befürworter sehen in ihr eine gesündere Alternative zur herkömmlichen Zigarette. Kritiker warnen vor den unbekannten Nebenwirkungen der elektrischen Zigarette und bewerten sie als Arzneimittel.

Ein bedeutsamer Schritt in Richtung bundesweiter Legalität
Im März 2012 hatte ein Hersteller einer bekannten Marke für E-Zigarette vor dem Landesgericht in Köln geklagt. Juristische Unterstützung gab es vom Politiker und Rechtsanwalt Gregor Gysi. Der Produzent für elektrische Zigaretten wehrte sich gegen die Bewertung von seinem Produkt als Arzneimittel und Medizinprodukt. Nach einem medienwirksamen Gerichtsprozess gab das Verwaltungsgericht in Köln dem Kläger Recht. Die elektrische Zigarette samt Nikotintank des betroffenen Klägers bzw. Herstellers sei nach eingängiger Prüfung eher ein Genussmittel. Sie begründen ihre juristische Einschätzung mit einer Differenzierung des Mikrostoffes Nikotin. So könne Nikotin als Arzneimittel angesehen werden. In der Anwendungsform als Bestandteil der elektrischen Zigarette fehlt jedoch die prophylaktische oder therapeutische Zweckbestimmung. Diese Funktionen sind kennzeichnet für ein Arzneimittel. Ferner fügen die Vertreter des Verwaltungsgerichtes in Köln an, dass die potenziellen Gesundheitsrisiken durch die E-Zigarette nicht eine Einordnung als Arzneimittel rechtfertigen. Damit hat die elektrische Zigarette vermutlich ihren ersten bedeutsamen Schritt in Richtung bundesweiter Legalität in Deutschland geschafft. Doch noch hat die E-Zigarette einen langen Weg vor sich. Wenn sie endgültig als Genussmittel eingestuft wird, ist eine Änderung des Tabakwarengesetzes notwendig. Diese Gesetzesänderung fällt wiederum in die Verantwortung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Letztlich liegt die Entscheidung bei jedem Bundesland.

Die pharmakologischen Auswirkungen der E-Zigarette bleiben ungewiss
Bei so viel Streitgespräch um die elektrische Zigarette liegt die Vermutung nahe, dass eine gute Datenbasis von Studienergebnissen vorliegt. Doch dem ist nicht so. Es gibt zwar diverse wissenschaftliche Untersuchungen, doch die Resultate sind häufig unzureichend, nicht objektiv oder gar widersprüchlich. So betont eine Studie, dass der eingeatmete Dampf der E-Zigarette sich bis zu 90 % aus Propylenglykol zusammensetzt. Dieser Stoff kann kurzfristige Atemwegsreizungen hervorrufen. Im Vergleich zur herkömmlichen Zigarette fällt diese mögliche Nebenwirkung jedoch kaum ins Gewicht. Ferner findet bei der E-Zigarette nicht der übliche Verbrennungsprozess von Tabak statt. Somit werden auch diverse giftige Substanzen nicht freigesetzt. Des Weiteren existieren keine Untersuchungen zu möglichen Gesundheitsschäden, wenn die E-Zigarette dauerhaft und wiederholt benutzt wird. In den Diskussionen um die Alternative zur herkömmlichen Zigarette wird häufig eine Studie der amerikanische Kontrollbehörde Food and Drug Administration herangezogen. Sie fand in einigen Kartuschen die krebserregende Substanz Nitrosamin. Bis heute klärt die Behörde jedoch die Öffentlichkeit nicht über die Höhe des Nitrosaminwertes auf. Dieser ist jedoch entscheidend, wenn eine mögliche Beeinträchtigung der Gesundheit diskutiert wird. Immerhin enthalten auch diverse geräucherte Lebensmittel und einige Obstsorten Nitrosamine.

Von ezigi