Im Laufe der Zeit gewöhnen sich Körper und Psyche eines Rauchers an das Rauchen so stark, dass viele selbst willenstarke Menschen daran scheitern, mit dem Zigarettenkonsum aufzuhören. Die Erfolgsquote derjenigen, die spontan der Tabaksucht ein Ende setzen wollen, ist äußerst gering; viele Raucher werden wieder rückfällig oder schaffen es erst nach mehreren Versuchen bzw. nur mithilfe von medizinischer Fachkraft. Grund dafür ist die komplexe Beeinflussung des menschlichen Körpers durch Nikotin, das rasch die Nervenzellen und das Belohnungszentrum des Gehirns erreicht. Das Nikotin ist dem körpereigenen Neurotransmitter Acetylcholin sehr ähnlich, der die Ausschüttung von dem sogenannten Glückshormon Dopamin bewirkt und somit Entspannungs- und Glücksgefühle zustande bringt. Zudem nehmen die Neurotransmitter Einfluss auf Konzentrationsvermögen, Gedächtnis, Schmerzempfindlichkeit, Appetit und Stimmung. Da allerdings für den Abbau von Nikotin im Gegensatz zu Acetylcholin mehr Zeit benötigt wird, erfolgt eine schnelle Gewöhnung an die hohe Konzentration des Glückhormons und das ständige Verlangen nach Nikotin, besonders als bestimmtes Ritual und in Stresssituationen.

Entzugssymptome

Beim Ausbleiben der stimulierenden Wirkung des Gehirnbelohnungssystems durch Nikotin entstehen psychosomatische Entzugserscheinungen, die sich je nach persönlichen Bedingungen unterschiedlich äußern und bis 30 Tage andauern können. Manche stellen leichtes Unwohlgefühl fest, während andere auch Wochen danach starke Entzugssymptome zu bewältigen haben. Personen, die unter einem starken Verlangen nach Rauchen, dem sogenannten „Craving“ leiden, zeigen oft psychische Entzugserscheinungen in Form von erhöhter Gereiztheit, Aggressivität, Niederschlagenheit, Lustlosigkeit bis hin zu Schlafstörungen und Frustrations- und Depressionszuständen. Körperlich können diese Symptome als Schweißausbrüche, Müdigkeit, Benommenheit, Gewichtszunahme, Verdauungsprobleme u.a. in Erscheinung treten.

Mittel zur Rauchentwöhnung

Damit die Rauchentwöhnung glückt, empfiehlt sich neben der persönlichen Motivation eine Kombination aus Psycho- bzw. Entspannungstherapie oder Sport sowie Nikotinersatzpräparaten, die beim Mildern von mentalen und körperlichen Entzugserscheinungen nach dem Aufhören helfen sollen. Ob Pflaster, Kaugummi oder Kräuterzigarette – sie sollten ausreichend lang nach dem Aufhören angewendet werden. In vielen Fällen ist dabei die sogenannte elektrische Zigarette hilfreich, die nach dem Prinzip der Liquid-Verdampfung funktioniert. So wird im Gegensatz zu einer herkömmlichen Zigarette die zum Verdampfen gebrachte Flüssigkeit, die meist aus Wasser, Propylenglycol, Benzylalkohol, Aromen und Nikotin besteht, inhaliert. Eine elektrische Zigarette ist auch nikotinfrei erhältlich; die Liquide sind nachfüllbar. Mit diesem e-Dampfer kann die elektrische Zigarette eine schrittweise Nikotinentwöhnung und somit milderen Entwöhnungsverlauf, als bei dem plötzlichen Aufhören unterstützen. Dass dabei keine Verbrennung der Giftstoffe und die Aufnahme des Teers wie bei üblicher Zigarette erfolgen, spricht für die elektrische Zigarette. Dagegen sprechen allerdings die unzureichenden Angaben über deren gesundheitlichen Risiken und die tatsächliche Erfolgswahrscheinlichkeit.

Von ezigi