Es ist bereits weltweit anerkannt, dass Rauchen sehr schädlich für die Gesundheit ist und im schlimmsten Fall zum Tode führen kann. Nachdem in den USA mehrere millionenschweren Klagen gegen Zigarettenhersteller erhoben und dort Konsequenzen gezogen wurden, haben die Deutschen auch das Nichtraucherschutzgesetz reformiert. Im Jahre 2004 griffen mehrere chinesische Firmen die Jahre vorher gescheiterte Idee einer rauchfreien Zigarette auf. Diese wurde 1989 von einem Tabakkonzern entwickelt, war aber nicht rauchfrei, sondern raucharm. Der Konzern griff mit dieser Idee total ins Leere. Erfolgreicher ist seit Jahren die so genannte E-Zigarette und ihr Vertrieb. Handelt es sich hierbei aber wirklich, um eine gesunde und harmlose Art des Rauchens.

Elektronische Alternative löst sich nicht in Rauch auf

Die Hersteller bauen den Erfolg der E-Zigarette immer weiter aus und haben eine einfache Erklärung, wie dieser zustande gekommen ist. Die elektronische Variante verzichtet nicht nur auf Tabak an sich, sondern auch auf die darin enthaltenen krebserregenden Schadstoffe. Davon gibt es ungefähr 70. Das Nikotin in der Elektrozigarette wird verdampft. Somit entsteht kein Rauch und der Nutzer inhaliert stattdessen einen Dampf aus einer Flüssigkeit, die man Liquid nennt. Diese enthält neben dem im Wasser aufgelöstem Nikotin auch Glycerin und Propylenglycol. Des weiteren sind in der elektronischen Zigaretten viele Konservierungs- und Aromastoffe enthalten. Das Liquid wird in einem auswechselbarem Behälter aufbewahrt und von dort aus mit einem Zerstäuber im Mund verteilt. Bei jedem Zug aktiviert der Nutzer nebenbei ein Heizelement, welches die Flüssigkeit zum verdampfen bringt. Die Elektrozigarette wird mit einem Akku aufgeladen und besitzt sogar eine LED-Glut, um so authentisch wie möglich zu wirken.

Rauchentwöhnung durch Elektrozigarette ?

Oft wird behauptet, dass die elektronische Zigarette ein Heilmittel wäre mit dessen Hilfe jeder Raucher von Heute auf Morgen zum Nichtraucher wird. Da die Hersteller die variable Nikotindosis anpreisen, spricht man oft von der Nichtraucherzigarette. Das ist auf den ersten Blick verständlich, denn es lassen sich sogar Liquids ganz ohne Nikotin kaufen. Viele Vertriebs-Firmen sagen sogar, die World Health Organisation hätte den elektronischen Glimmstängel als Arzneimittel zur Rauchentwöhnung anerkannt. Allerdings behauptet die WHO selbst genau das Gegenteil und weisen darauf hin, dass noch nicht genug Tests zu dieser Variante des Rauchens durchgeführt wurden. Damit haben sie vollkommen Recht, denn manche Experten warnen sogar davor, dass die Elektrozigarette eine Versuchung sei mit dem Rauchen der herkömmlichen Tabakzigarette anzufangen. Gerade junge Leute und Nichtraucher würden durch die verschiedenen Geschmacksrichtungen zu stark gelockt werden. Der Einstieg zum Rauchen wird somit nur erleichtert und die allgemeine Situation verschlechtert sich. Ein anderer wichtiger Grund skeptisch zu sein ist, dass das Nikotin gleichschnell wie bei der herkömmlichen Zigarette. Somit sei die Gefahr süchtig zu werden genauso groß.

Ist das rauchfreie Rauchen wirklich gesund?

In Deutschland ist die Elektrozigarette meistens im Internet über spezielle Shops erhältlich. Die Anbieter machen oft die verlockende Angabe, dass die elektronische Alternative neben dem Nikotin nur einige harmlose Aromastoffe enthalte. Doch Chemiker der amerikanischen Food and Drug Administration konnten in mehreren Versuchen herausfinden, dass dem nicht so ist. Es gibt mehrere Schadstoffe, die nicht angegeben sind. Dazu gehört neben dem Frostschutzmittel Diethylenglycol viele andere für die Gesundheit bedenkliche Zusätze. Die Hälfte der untersuchten Produkte wies zudem viele krebserregende Stoffe des Typs Nitrosamin auf. Die Experten lassen zwar die Vermutung zu, die Elektrozigarette sei weniger schädlich als die Tabakzigarette, sie sind aber der Meinung, dass umfassendere Untersuchungen fehlen. Ein Problem ist auch, dass die E-Zigarette keiner Kontrolle seitens einer Behörde unterliegt.

Das Nischendasein der elektronischen Zigarette

Bisher ist es allem Anschein so, als würden die zuständigen Behörden versuchen einer direkten Stellungnahme zum Thema E-Zigarette zu entgehen. Die elektronische Alternative zum Rauchen befindet sich weiterhin in einer Grauzone. Sie schwankt zwischen den Bereichen Genussmittel, Tabakprodukt und Arzneimittel, richtig eingeordnet ist die Elektrozigarette aber nirgendwo. Tatsächlich wird beim elektrischen Rauchen kein Tabak verbrannt und somit fällt nicht nur die Tabaksteuer weg. Die Elektrozigarette untersteht auch nicht dem Nichtraucherschutzgesetz. Die Werbung greift diese Tatsache auf und preist die E-Zigarette als eine Variante an, die an Flughäfen, Kneipen und anderen öffentlichen Einrichtungen erlaubt ist. In der Realität existieren allerdings unterschiedliche Meinungen. So wird einem von manchen Fluggesellschaften die E-Zigarette sogar während der Flüge angeboten, andere verbieten das rauchfreie „Dampfen“ strikt. Eine weitere wichtige Frage, die ungeklärt bleibt, ist ob elektronische Zigaretten als Arzneimittel zur Abgewöhnung des Rauchens gezählt werden können.

Die Nebenwirkungen des elektronischen Glimmstängels

Neben den Substanzen, die nicht eindeutig bekannt sind, klagen viele „Dampfer“ über immer auftretende Kopfschmerzen, die von Symptomen wie Übelkeit und Schwindel befolgt werden können. In Bezug auf die richtige Dosierung fällt der Einstieg vielen Anfängern nicht leicht. Mehrer chinesische Hersteller bemühen sich zwar um medizinische Studien zu diesem Thema, diese bringen aber keine eindeutigen Ergebnisse. Vor allen Dingen nicht wenn es um die entscheidende Frage geht, welche Langzeitwirkung E-Zigaretten haben. In Deutschland wirbt man für die Elektrozigarette bewusst nicht als ein Mittel, welches der Rauchentwöhnung dienen soll. Der Besitz und die Benutzung der E-Zigarette sind zwar immer noch erlaubt, jedoch haben viele Länder, unter anderem die Schweiz, Türkei und Finnland, den Handel und die Vermittlung verboten. In diesen Ländern dürfen wegen dem Arzneimittelgesetz nur Apotheken den elektronischen Glimmstängel anbieten. Jetzt muss man abwarten, ob die Bundesregierung eine klare Meinung äußern wird und ob dann vielleicht auch bei uns die E-Zigarette in die Apotheken wandert und die vielen Spezialshops geschlossen werden.

Von ezigi