Die elektronische Zigarette wird oft auch elektrische Zigarette, E-Zigarette oder auch rauchlose Zigarette genannt. Alle diese Bezeichnungen sind richtig, aber im Grunde ist die E-Zigarette nichts anderes wie eine kleinere Version einer Nebelmaschine, wie sie auch beim Filmemachen in Hollywood benutzt wird. Das Prinzip zumindest ist dasselbe, beide arbeiten mit Verdampfung. Um die Funktionsweise der elektrischen Zigarette zu verstehen, nehmen wir sie hier einmal komplett auseinander.

Der Akku der elektrischen Zigarette
Mittlerweile gibt es ja viele verschiedene Modelle von elektrischen Zigaretten, während die einen einer echten Zigarette sehr ähnlich sehen, haben andere, rein äußerlich, überhaupt nichts mehr mit Zigaretten gemeinsam, sie ähneln eher einem Füller. Doch die Funktionsweise ist bei allen Modellen gleich, ohne Strom geht gar nichts. Denn wie der Name schon sagt, funktioniert diese Zigarette elektronisch. In diesem Fall mit einem Akku, welcher bei den meisten E-Zigaretten ein kleiner aber sehr langlebiger Lithium-Ionen-Akku ist. Diese haben den Vorteil, dass sie keinen sogenannten Memory-Effekt haben und sofort und jederzeit einsatzbereit sind.
Während die älteren und wesentlich kleineren Akkus der sogenannten mini E-Zigaretten nur eine Kapazität von rund 300 Milliamperestunden (mAh) haben, schaffen die moderneren Akkus 650 bis 1.000 mAh. Selbst bei Dauerdampfern halten diese Akkus in der Regel einen ganzen Tag durch. Zwar beträgt die Ladedauer gerade einmal 1,5 bis 2 Stunden, doch gerade für Vieldampfer wäre es ratsam, dann noch einen zweiten Akku für seine elektronische Zigarette am Start zu haben. Auch ist die Lebensdauer eines solchen Akkus nicht unendlich. Die Hersteller gehen von einer Lebenserwartung von 300 – 380 Ladezyklen aus, was etwa einem Jahr entspricht. Allerdings gibt es bereits Erfahrungsberichte, aus denen hervorgeht, dass die realistische Lebensdauer wohl eher bei nur einem halben Jahr liegt, das wären zwischen 100 und 150 Ladezyklen.

Und wofür braucht die E-Zigarette diesen Strom?
Die elektrische Zigarette verfügt über eine Verdampfereinheit, den sogenannten Atomizer, an dessen Ende sich eine kleine Heizspirale befindet. Um diese Spirale zu erhitzen, benötigt die E-Zigarette den Strom. Damit der Impuls zum Verdampfen startet, gibt es zwei Varianten: Bei der einen funktioniert dieser mittels eines Unterdruckschalters, der den Verdampfungsprozess automatisch startet, sobald an der E-Zigarette gezogen wird. Bei der anderen Variante muss bei jedem Zug eine kleine Taste gedrückt werden, um den Prozess in Gang zu setzen.
Wo sich bei einer herkömmlichen Zigarette der Filter befindet, liegen bei der elektronischen Zigarette der Atomizer und ein Flüssigkeitsspeicher. Dieser Teil heißt hier auch nicht Filter, sondern Aromadepot.
Der Flüssigkeitsspeicher ist eine kleine Kammer, in der sich ein Vliesstoff befindet. Dieser Vliesstoff wird mit einer aromatisierten Flüssigkeit, dem sogenannten ­Liquid, getränkt. Die Heizspirale dringt in das Vlies ein, nimmt das liquid auf und leitet es über ein Kapillarsystem aus hauchdünnen Edelstahlfäden zum Verdampfer. Dort wird das Liquid in Nebel umgewandelt, der dann vom Benutzer inhaliert wird.

Die Vor- und Nachteile der verschiedenen E-Zigaretten-Arten
Wie oben bereits beschrieben, springt der Akku bei der automatischen E-Zigarette an, sobald der Nutzer an der elektrischen Zigarette zieht. Sehr praktisch, aber leider ist sie durch den eingebauten Sensor auch sehr störanfällig. Ein weiterer Nachteil ist die eingebaute Zugbegrenzung, die bei den meisten E-Zigaretten dafür sorgt, dass sie nach einer bestimmten Anzahl von Zügen einfach abgeschaltet wird.
Diese ganzen Nachteile hat die manuelle Elektrozigarette nicht, dafür muss der Nutzer bei jedem Zug den kleinen Knopf betätigen. Anfangs ist dies vielleicht noch ein wenig lästig, doch nach kürzester Zeit wird dass völlig automatisch gemacht.
Für welche der unzähligen E-Zigaretten-Varianten sich jemand entscheidet, hängt hauptsächlich davon ab, welche Art von Raucher er ist.
Der Genießer – greift in der Regel nur ab und zu einmal zur E-Zigarette, um den ­ein oder anderen Geschmack zu genießen. Für diesen Typ Dampfer reicht eine Mini-E-Zigarette, die einer richtigen Zigarette nachempfunden ist, völlig aus. Diese haben allerdings den oben beschriebenen automatischen Akku, der leicht anfällig ist. Auch sind die Depots recht klein und auch nicht ganz einfach zu befüllen. Doch da der Genießer sie ja nicht so häufig benutzt, fällt dies für diesen Dampfer-Typen nicht sehr ins Gewicht. Zu empfehlen sind hier die Modelle DSE103 oder M401.
Der Gesundheitsbewusste – ist ein Dampfer, der beim Rauchen einer echten Zigarette immer ein schlechtes Gewissen hatte, wegen der vielen enthaltenen Schadstoffe und deshalb auf die elektronische Zigarette umgestiegen ist. Diese Durchschnittsdampfer sollten die längeren Pen-Modelle bevorzugen, da deren Akkus sehr viel leistungsfähiger und die Depots auch größer sind. Allerdings sollte dann auch darauf geachtet werden, dass es sich um einen manuellen Akku handelt. Für diesen Typ Dampfer, so wie für den, der sich vom Nikotin entwöhnen will, sind die Modelle DSE 901, Joye 510 oder Mild Pure empfehlenswert.
Der Dauerdampfer – braucht in jeder Lebenslage, egal ob im Beruf oder Alltag, den Geschmack einer Zigarette oder auch nur das Gefühl eine Zigarette in der Hand zu halten. Hier sind E-Zigaretten mit einem leistungsstarken Akku, einem Verdampfer der Penklasse und am Besten mit einem eigenen Tank gefragt. Zu empfehlen sind hier die eGo-T-Modelle bzw. Volish eGo2. Diese Modelle sind allerdings optisch nicht mehr einer herkömmlichen Zigarette angepasst.

Reinigung und Wartung der elektrischen Zigaretten
Die E-Zigarette hat einige Verschleißteile, die von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden müssen. Dazu gehört, wie schon erwähnt, der Akku aber auch der Verdampfer muss irgendwann ausgewechselt werden. Da im Verdampfer das Liquid erhitzt und zerstäubt wird, bleibt es gar nicht aus, dass er irgendwann verstopft ist. In der Regel ist dies nach etwa 40 Tagen der Fall, aber bei regelmäßiger Reinigung, hält er wesentlich länger.
Für die Reinigung wird hochprozentiger Alkohol benötigt, der in jeder Apotheke erhältlich ist. Zunächst wird der Verdampfer der E-Zigarette für ca. fünf Minuten in diesen Alkohol gelegt, dann entnommen und von der ­Refill-Öffnung her zwei bis drei Mal durchgeblasen. Dann den Verdampfer wieder in den Alkohol legen und für fünf Stunden darin belassen. Danach für 15 Minuten in kochendes Wasser legen und anschließend gut trocknen lassen. Mit einem so gereinigten Verdampfer sollte die E-Zigarette wieder einwandfrei funktionieren.
Sollte es beim Dampfen der elektrischen Zigarette einmal zu einem Blubbern kommen, kann davon ausgegangen werden, dass der Verdampfer „abgesoffen“ ist. Dies kann passieren, wenn zu viel Liquid auf einmal eingetreten ist, aber auch wenn der Akku bereits zu schwach ist. Dann wird der Verdampfer einfach mit einem Papiertuch gereinigt und ein paar Mal durchgeblasen.

Die vier verschiedenen Depots einer E-Zigarette
Wattedepot: Hier kommt es auf die Qualität der Watte an, denn da das Liquid auf die Watte geträufelt wird, sollte diese es auch gut aufnehmen können. Diese Depots können drei bis fünf Mal befüllt werden, bevor die Watte nicht mehr vernünftig saugt. Das Liquid immer am Rand ­aufträufeln und zwar Tropfen für Tropfen, damit es sich bis zur Mitte hin verteilen kann. Ist die Watte vollgesaugt, bildet sich ein dünner Film auf der Oberfläche. Doch Vorsicht, wird das Depot zu voll gemacht oder trocknet die Watte komplett aus, kann dies den Verdampfer beschädigen!
Cartomizer: Gerade diese Art ist für E-Zigaretten-Neulinge geeignet, da der Verdampfer und das Depot eine Einheit bilden. So wird das Liquid zuverlässig immer in derselben Menge abgegeben. Allerdings sind sie auch recht teuer und nicht gerade leicht nachzufüllen.
Tank: Watte wird hierbei nicht benötigt, er lässt sich leicht füllen, gibt das Liquid sehr gleichmäßig ab, säuft sehr selten ab und lässt sich oft wiederverwenden. Allerdings ist er in der Anschaffung recht teuer.
Direkt-Tröpfeln: Im Grunde ist dies gar kein Depot, sondern hier werden drei Tropfen Liquid direkt auf den Verdampfer geträufelt. Dies ist zwar leicht in der Handhabung, kann aber auch lästig werden, da dieser Vorgang bei jeder E-Zigarette wieder neu nötig wird.

Die Liquids für die elektronische Zigarette
Auch wenn die meisten Liquids, die ein Tabakaroma haben sollen, nicht hundertprozentig wie eine echte Zigarette schmecken, hat die E-Zigarette doch eine Geschmacksvielfalt zu bieten, wie es eine Tabakzigarette nicht hatte und wohl auch nie haben wird. Fast alle Liquid-Sorten gibt es entweder mit oder auch ohne Nikotin. Selbst die Stärke des Nikotins kann je nach Geschmack gewählt werden. Die Geschmacksrichtungen der Liquids sind so vielfältig, dass die Auswahl nicht immer einfach ist. Es gibt sie mit Fruchtgeschmack, wie etwa Apfel, Erdbeere, Kirsche, Banane etc. Oder so ausgefallene Sorten wie Cappuccino, Whiskey, Spearmint, Menthol etc. Um seinen Lieblingsgeschmack zu finden, muss halt ausprobiert werden. Um den Geschmack lange zu erhalten, sollten die Liquids im Kühlschrank gelagert werden.

Die Preise für E-Zigaretten im Vergleich zur Tabakzigarette
Wer bisher 20 Zigaretten am Tag raucht, der zahlt, bei einem derzeitigen Preis von fünf Euro pro 20 Zigaretten, jährlich ca. 1.825 Euro.
Wer auf die elektronische Zigarette umsteigt, muss zunächst erst einmal tiefer in die Tasche greifen, denn ein Starterset kostet etwa 50 Euro, zwei Ersatzakkus zusammen 30 Euro. Rechnet man einen jährlichen Verbrauch von neun Verdampfern à 12 Euro, zwei Depots oder Liquid für 2 Euro täglich dazu, kommt man auf nur 918 Euro im Jahr. Damit kostet das Dampfen einer E-Zigarette gerade einmal die Hälfte von dem, was ein Raucher für seine Tabakzigaretten jährlich ausgibt.

Vorsicht bei Billig-Angeboten!
Wird eine E-Zigarette zu einem Spottpreis angeboten, sollten sämtliche Alarmglocken angehen. Oft kommen solche Modelle aus China, wo man es anscheinend bei der Produktion nicht ganz so genau nimmt. Denn, auch wenn man meint, ein Schnäppchen zu machen, wird die Freude darüber vermutlich nicht lange anhalten, denn diese Akkus werden meist schon nach ein bis drei Monaten ihren Geist aufgeben. Und schon ist das vermeintliche Schnäppchen gar keins mehr.
Wie jeder andere Akku auch wird die Leistung des Akkus einer elektrischen Zigarette nach einer gewissen Gebrauchszeit natürlich auch schwächer. Allerdings sollte dies frühestens nach einem halben Jahr passieren. Im
Stand-by-Modus sollte ein vollgeladener Akku einer elektrischen Zigarette fast 14 Tage durchhalten, bevor er wieder geladen werden muss. Bleibt die E-Zigarette über längere Zeit ungenutzt, sollte der Akku aber von Zeit zu Zeit einmal geladen werden, damit er lange haltbar bleibt.

Vielseitiger Zubehör für E-Zigaretten
Da die Nachfrage für E-Zigaretten mittlerweile so hoch ist, hat sich der Handel natürlich bereits auf die Dampfer und ihre Bedürfnisse eingestellt. So gibt es eine ganze Reihe an Zubehör zu kaufen, welches Mal mehr und mal weniger nützlich ist. So gibt es etwa echte Lederetuis, die toll aussehen, gar keine Frage, aber ein einfaches für unter zehn Euro tut es im Normalfall auch. Sehr praktisch sind auch die Halsbänder für E-Zigaretten, so hat der Dampfer seine elektrische Zigarette immer und überall griffbereit. Auch eine Pipette, die das Einfüllen der Liquids vereinfachen, ist durchaus eine Erleichterung, denn nicht alle Liquid-Fläschchen haben eine solche direkt im Deckel.

Von ezigi