E-Zigaretten werden nicht mit Tabak, sondern mit einer Flüssigkeit, dem so genannten Liquid, betrieben. Über die Zusammensetzung und die potenzielle Gesundheitsgefährdung der Liquids, die in den E-Zigaretten verwendet werden, gibt es viele falsche Gerüchte und oftmals nur unzureichende Informationen. Dabei ist die Zusammensetzung der Liquids wesentlich weniger komplex als die Zusammensetzung des Tabaks in einer Zigarette.

Der Hauptbestandteil des Liquids ist eine Trägersubstanz. Diese hat die Aufgabe, die anderen Komponenten des Liquids zu lösen und der Verdampfereinheit der elektrischen Zigarette zugänglich zu machen. Außerdem ist die Trägerflüssigkeit von wesentlicher Bedeutung für die Dampfbildung. Diese Flüssigkeit kann unterschiedlich zusammengesetzt sein. Sie besteht meist aus Propylenglykol (PG) oder pflanzlichen Glycerin (VG) sowie aus Mischungen dieser Substanzen. In vielen Fällen wird zusätzlich Wasser beigemischt, um die Fließfähigkeit des Liquids zu verbessern. Propylenglycol und Glycerin sind Stoffe, die in Kosmetikprodukten und in Salben weit verbreitet werden. Sie werden im medizinischen Bereich auch zur Anwendung im Bronchialsystem genutzt, etwa in Inhalatoren oder Sprays für die Atemwege. Auch Tabakzigaretten enthalten einen nicht unerheblichen Anteil an Propylenglycol, welches den Tabak feucht hält.

In diese Trägerflüssigkeit werden so genannte Aromen gegeben. Hierbei handelt es sich um Lebensmittelaromen. Nutzer von E-Zigaretten, die ihre Liquids selbst mischen, benutzen diese Aromen oftmals auch zum Kochen. Allerdings sind nicht alle Lebensmittelaromen für den Einsatz in der E-Zigarette geeignet. So können Aromen, die Zucker enthalten, am Verdampfer karamellisieren und ihn damit unbrauchbar machen. Die in Europa gehandelten Liquids enthalten meist zwischen drei Prozent und zehn Prozent Aromen. Bei Liquids aus Amerika ist der Aromenanteil oft doppelt so hoch. Da einige Aromen, etwa Mentholaromen, in Alkohol gelöst sind, enthalten die damit versetzten Liquids auch Alkohol.

Der letzte Bestandteil der Liquids ist das Nikotin. Dieser Bestandteil ist nicht zwingend erforderlich, wird aber von den meisten Nutzern gewünscht. Der Nikotinanteil ist auf den Liquidflaschen angegeben, sodass sich der Nutzer der E-Zigarette ein Liquid mit der von ihm gewollten Nikotinstärke auswählen kann. Es gibt aber auch „Nullerliquids“, in denen sich gar kein Nikotin befindet. Das Nikotin ist in der Regel notwendig, damit Raucher den Umstieg von der Tabak- zur E-Zigarette gelingt. Nikotin ist ein sehr potentes Gift. Um ein versehentliches Verschlucken zu verhindern, verfügen die Flaschen, in denen die Liquids vertrieben werden über kindersichere Verschlusskappen. Außerdem sind sie mit Warnhinweisen versehen.

Von ezigi