In den Vereinigten Staaten wurde der Nutzer einer elektronischen Zigarette sehr schwer verletzt, als die Akkueinheit seines Dampfgerätes explodierte. Die Medien in Europa und Deutschland griffen diesen Fall auf und berichteten in teilweise großer Aufmachung über diesen Unfall mit der E-Zigarette. Viele Raucher, die der Tabakzigarette entsagen wollten, schreckte die Berichterstattung ab, denn niemand möchte ein elektrisches Gerät im Mund haben, das explosionsgefährlich ist. Es stellt sich somit die Frage, wie groß die Gefahr bei Benutzung einer elektrischen Zigarette tatsächlich ist.

Elektrische Zigarette benötigen effektive und leistungsfähige Stromspeicher. Zur Erreichung einer einfachen Handhabbarkeit dürfen diese Speicher nur wenig Raum in Anspruch nehmen. Solche Anforderungen können nur mit Lithium-Ionen-Akkus erfüllt werden. Derartige Energielieferanten stecken heutzutage auch in Mobiltelefonen, in tragbaren Computern oder in Digitalkameras. Tatsächlich bergen diese Akkus ein deutlich höheres Gefährdungspotential als einfache Batterien. Bei einem Defekt der Akkus kann sich Wasserstoffgas bilden. Wasserstoff bildet mit dem Sauerstoff der Luft das so genannte Knallgas, welches hochexplosiv ist.

Es gibt grundsätzlich drei Möglichkeiten, das Potenzial einer Akku-Explosion zu vermindern. Möglich ist die Verwendung geschützter Akkus, die sich bei kritischen Zuständen selbst ausschalten. Die zweite Möglichkeit ist die Verwendung einer intelligenten Steuerelektronik aufseiten des Stromverbrauchers. Bei komplexen elektronischen Geräten wie Computern ist dies die Regelvariante. Ein weiteres sehr einfaches Verfahren, das bei elektrischen Zigaretten meist genutzt wird, besteht darin, dem Wasserstoff die Möglichkeit zu geben, gefahrlos zu entweichen. Die Explosionsgefahr von Akkus wird deutlich verstärkt, wenn diese nicht einzeln, sondern in Reihenschaltungen verwendet werden.

Bei den E-Zigaretten mit integrierten Akkus sind die Bodenkappe und der Taster absichtlich locker eingebaut. Falls der unwahrscheinliche Fall einer Gasbildung eintritt, kann dieses Gas schadlos über den Taster und die Bodenkappe entweichen. Der normale Nutzer, etwa einer Ego-Zigarette, wird hiervon kaum etwas bemerken. Er wird lediglich feststellen, dass der Akku warm wird und plötzlich nicht mehr funktioniert. Größere E-Zigaretten mit auswechselbaren Akkus sind mit Bohrlöchern versehen, über die eine Ausgasung erfolgen kann.

Der verunglückte E-Raucher in Amerika hatte gleich mehrere Fehler begangen. Sein Akkuträger, also das Bauteil, in dem die Akkus untergebracht sind, war ein Eigenbau ohne Entgasungsmöglichkeit. Auf eine elektronische Absicherung hatte der Mann ebenfalls verzichtet. Außerdem hat er ungeschützte Akkus verwendet und dies auch noch in Reihe geschaltet.

Ein derartiger Umgang mit der elektrischen Zigarette ist fahrlässig. Eine elektronische Zigarette, die in Deutschland erworben wird, ist gegen solche Unachtsamkeiten geschützt, sodass eine Explosion nicht erfolgen kann.

Von ezigi