Die Mehrzahl der Raucher, die den Umstieg von der Tabakzigarette zur elektronischen Zigarette vornehmen, gibt als Begründung hierfür den gesundheitlichen Vorteil an. Ihnen ist bewusst, dass die ständige Inhalation des Rauches von verbrannten getrockneten Pflanzenteilen ein unnatürlicher und ungesunder Vorgang ist. Dies ist auch schon lange wissenschaftlich bewiesen, denn im Rauch einer Zigarette treten einige tausend unterschiedliche Stoffe auf, von denen ein großer Teil als giftig eingestuft ist. Viele dieser Stoffe besitzen außerdem die Eigenschaft, die Krebsentstehung auszulösen oder zu fördern.

Paradoxerweise rührt die Gefährlichkeit des Tabaks daher, dass es sich um ein sehr komplex zusammengesetztes Naturprodukt handelt. Beim elektrischen Rauchen wird dagegen kein Naturprodukt verbrannt. Vielmehr wird ein Gemisch aus künstlichen Substanzen kontrolliert bei geringen Temperaturen verdampft. Dieses Gemisch, das die Bezeichnung Liquid trägt, besteht aus maximal fünf Inhaltsstoffen. Die Hauptkomponenten des Liquids sind Propylenglycol und pflanzliches Glycerin, denen manchmal Wasser beigemischt ist. Für den Geschmack sorgen Lebensmittelaromen und zur Befriedigung des Suchtverlangens kann im Liquid Nikotin enthalten sein. Das Nikotin ist die toxische Substanz, die der elektrischen Zigarette und der Tabakzigarette gemeinsam ist. Nikotin ist ein Nervengift, das gefäßverengend wirkt, es ist allerdings nicht kanzerogen.

Das Gefährdungspotenzial, das die elektronische Zigarette beinhaltet, ist also von vorneherein weit geringer als das der Tabakzigarette. Dennoch klagen viele ehemalige Raucher nach dem Umstieg über unterschiedliche gesundheitliche Beschwerden wie Unruhezustände, Kopf- und Magenschmerzen und vor allem einen trockenen Hals und manchmal über ein raue Stimmlage. .

Ein großer Teil dieser Beschwerden wird jedoch nicht durch die Stoffe verursacht, die in der elektrischen Zigarette enthalten sind. Die Tabakzigarette enthält neben dem Nikotin noch Suchtverstärker sowie natürliche Substanzen, die antidepressiv wirken. Beim Umstieg auf die elektrische Zigarette fallen diese Stoffe weg. Der E-Rauch macht also keinen Nikotinentzug durch, aber der Entzug der anderen Substanzen des Tabakrauches beeinträchtigen sein Empfinden.

Lediglich der trockene Hals, den viele E-Raucher verspüren, ist originär mit den Inhaltsstoffen der elektronischen Zigarette verknüpft. Die Trägersubstanzen des Liquids, allen voran das Propylenglycol, sind hygroskopisch. Sie entziehen dadurch den Schleimhäuten im Bronchialapparat Flüssigkeit. Aus diesem Grunde sollten E-Raucher deutlich mehr Wasser zu sich nehmen als die Raucher von Tabakzigaretten.

Von ezigi